Barbara Budrich bei den Unternehmertagen: Wie ein Buch Sie bei Ihrer Expertenpositionierung unterstützen kann – und umgekehrt

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Auf den Unternehmertagen, die vom 20. bis 22. April 2012 in Mainz stattfanden, hielt Barbara Budrich einen Workshop zum Thema Expertenpositionierung mit Buch ab. Die knapp 20 TeilnehmerInnen konnten 90 Minuten lang ein wenig über das Publizieren – im Verlag oder im Self-Publishing, gedruckt oder online, als Buch oder als Zeitschriftenbeitrag – hören und vor allen Dingen intensiv darüber diskutieren. Zum Schluss stieß Stefan Merath, Veranstalter der Unternehmertage, selbst noch zum Workshop hinzu, um aus seiner Perspektive als erfolgreicher Sachbuchautor Fragen zu beantworten.

Obschon selbst Expertin im wissenschaftlichen Fachverlag und nicht für den großen Bereich des – populären – Sachbuchs, kennt die Verlegerin Themen, die Fachbuch-AutorInnen genauso bewegen wie – potenzielle – Sachbuch-AutorInnen. Nach einer kurzen Einführung in das Verlegen mit und ohne Verlag, gab Barbara Budrich einen Einblick in die Verlagskalkulation. Und sehr schnell wurde deutlich: Reich wird man als AutorIn nicht so einfach. Das konnte der Gastgeber Stefan Merath nur bestätigen: Auch er hielt es für unsinnig, ein Sachbuch zu schreiben, um damit reich zu werden – da gäbe es sicherlich effektivere Wege. Ein Buch, so der Tenor des gesamten Workshops, sei nur ein Baustein einer Gesamtstrategie.

Barbara Budrich erläutert die Vollkostenkalkulation

Wie gut sich Buch und eigener Expertenstatus gegenseitig ergänzen und befruchten können, wurde deutlich und dass es sogar einen Gedanken wert sein könnte, von vornherein auch weitere Publikationen – Zeitschriftenbeiträge wie auch Bücher – zu planen, da die Lebensdauer eines Buches begrenzt ist. Alle zwei bis drei Jahre eine Neuauflage hält ein Buch lange im Gespräch, ansonsten ist es nur wenigen Büchern vergönnt, über diese Zeit hinaus aktiv rezipiert zu werden.

Alle Workshop-TeilnehmerInnen sind erfahrene UnternehmerInnen

Sicherlich gibt es die Möglichkeit, sich gar nicht so sehr auf den Verkauf eines Buches zu konzentrieren, um es für die Expertenpositionierung einzusetzen. Sind Sie beispielsweise in großen Unternehmen als BeraterIn aktiv, könnten Sie Ihr Buch quasi wie eine Visitenkarte einsetzen. In einem solchen Falle ist es nicht unbedingt notwendig, mit Hilfe eines Verlages zu veröffentlichen: Auch das so genannte Self-Publishing ist dann eine gängige Alternative. Trotz derartiger Möglichkeiten sind es nach wie vor Verlage, die für Ansehen sorgen, auch für ExpertInnen. Zumindest heute noch. Wie die Entwicklungen weitergehen und inwieweit z.B. die Praxis von amazon und Apple das Publikationsverhalten weltweit verändern wird, bleibt abzuwarten.

Schon heute scheint ein gedrucktes Buch in extrem Web-orientierten Kreisen gar nicht unbedingt notwendig. Doch genau an diesem Punkt scheiden sich die Geister: Einige TeilnehmerInnen waren der Meinung, das gedruckte Buch sei schon sehr bald vollkommen obsolet – ein Standpunkt, den Barbara Budrich im Übrigen seit über 10 Jahren regelmäßig vorgetragen bekommt und den der Medienwissenschaftler Marshall McLuhan bereits Mitte des vorigen Jahrhunderts postulierte -, wohingegen ein anderer Teil der Gruppe vehement darauf pochte, dass ohne gedruckte Bücher gar nichts ginge.

Definitiv, so Barbara Budrich, sei ein Wandel in den Lesegewohnheiten zu beobachten – weg vom gedruckten Buch, hin zur Rezeption anderer Medien, nicht unbedingt hin zum eBook! Hinter dem Hype um das digitale Buch stecken nicht zuletzt geschickte Marketingkampagnen einschlägig interessierter Unternehmen, deren Lesegeräte sich im Übrigen nach wie vor eher schleppend verkaufen. Inwieweit sich die „Häppchenmentalität“ einer „Generation Wiki“ für die zukünftige Wissensvermittlung prägend erweisen wird, ist noch nicht abzusehen. Und dass nur wenige Prozent der Gesamtbevölkerung der westlichen Industriestaaten überhaupt je Bücher kaufen, ist ohnehin eine alte Erkenntnis.

Möglicherweise befindet sich auch die Rolle der Verlage im Fluss – auch das wurde auf dem Workshop intensiv diskutiert. Während das Marketing von Verlagen ganz generell gesprochen eher nach dem Gießkannenprinzip funktioniert, wünschen sich viele Autorinnen und Autoren, und zwar gerade jene, die sich am Anfang ihrer Expertenlaufbahn befinden, eine konzentrierte Unterstützung, die neben guter Pressearbeit auch Social Media Marketing umfassen sollte und möglicherweise auch Vermittlung von Auftritten als Redner, Workshopleiter usw.

Hier ist der Barbara Budrich für die Sozialwissenschaften bereits aktiv geworden. Diese Bedürfnisse und Notwendigkeiten hat sie sich zu Herzen genommen und budrich academic gegründet: Unter diesem Dach versammeln sich neben den beiden Verlagen – Barbara Budrich und Budrich UniPress – das Schulungsunternehmen budrich training sowie die PR- und „Künstleragentur für die Wissenschaft“ budrich agency.

Viele Themen konnten in den 90 Minuten nicht behandelt werden: Fragen zu Verträgen, zu Lizenzen, zur Konzeptentwicklung, zum Exposé, zur richtigen Art und zum richtigen Zeitpunkt der Kontaktaufnahme mit einem Verlag, zur Entwicklung einer eigenen Strategie und vieles mehr. Nur gut, dass es auch in 2013 wieder die Unternehmertage geben wird. Und nur gut, dass Barbara Budrich mit ihrem Team von budrich training und budrich agency jederzeit gut zu erreichen ist!

April 23, 2012

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